FLYSURFER SONIC5 im Test – unsere Erfahrungen nach mehreren Monaten

FLYSURFER SONIC5 im Test – unsere Erfahrungen nach mehreren Monaten

Wir hatten den Flysurfer SONIC5 in den letzten Monaten sehr ausgiebig auf dem Wasser und konnten ihn unter unterschiedlichsten Bedingungen testen. Dabei ging es uns nicht nur darum, ein paar Sessions zu fahren, sondern wirklich herauszufinden, wie sich der Kite im Alltag schlägt, wo seine Stärken liegen und für welchen Fahrertyp er am meisten Sinn macht.

Nach vielen Stunden auf dem Wasser ist unser Eindruck ziemlich klar: Der SONIC5 ist ein leistungsorientierter Foilkite mit enormer Effizienz, sehr viel Hangtime und einem überraschend kontrollierten Handling. Gerade im Vergleich zu klassischen Tube Kites spielt er seine Stärken dort aus, wo Effizienz, Höhelaufen, Leichtwindleistung und lange Airtime gefragt sind.

Der erste Eindruck

Schon beim ersten Start merkt man, dass der SONIC5 kein gemütlicher Einsteiger-Foilkite sein möchte. Der Kite steht sehr sauber im Windfenster, beschleunigt stark nach vorne und entwickelt für seine Größe ausgesprochen viel Leistung. Gleichzeitig fühlt er sich weniger nervös an, als wir es bei einem High-Aspect-Kite dieser Leistungsklasse erwartet hätten.

Gerade nach einigen Sessions fällt auf, wie ruhig die Kappe arbeitet. Auch bei böigem Wind bleibt der Kite erstaunlich stabil und lässt sich sehr präzise positionieren. Das gibt viel Vertrauen – besonders dann, wenn der Wind nicht perfekt konstant ist.

Lift und Hangtime

Die größte Stärke des SONIC5 ist für uns ganz klar seine Performance beim Springen. Der Lift ist enorm. Wenn man den Kite sauber ankantet und im richtigen Moment nach oben schickt, beschleunigt man sehr direkt nach oben. Dabei fühlt sich der Absprung weniger horizontal und deutlich mehr vertikal an als bei vielen klassischen Freeride-Kites.

Noch beeindruckender ist allerdings die Hangtime. Der SONIC5 trägt extrem lange und gerade bei hohen Sprüngen hat man überraschend viel Zeit in der Luft. Für Board-Offs, Rotationen oder andere Tricks ist das ideal, weil man deutlich weniger hektisch arbeiten muss. Auch bei der Landung macht sich diese lange Tragphase bemerkbar: Der Kite produziert lange Auftrieb und ermöglicht dadurch sehr kontrollierte Landungen.

Gerade im direkten Wechsel zu kleineren und direkteren Tube Kites merkt man deutlich, wie anders der SONIC5 seine Leistung entwickelt. Er fühlt sich weniger explosiv an, trägt dafür aber erheblich länger. Für Fahrer, die maximale Airtime suchen, gehört das ganz klar zu den größten Argumenten für den SONIC5.

Höhelaufen und Effizienz

Beim Höhelaufen spielt der SONIC5 seine hohe Effizienz komplett aus. Der Kite steht sehr weit vorne im Windfenster und erzeugt dabei vergleichsweise wenig seitlichen Zug. Dadurch kann man extrem effizient Höhe machen.

Gerade beim Big-Air-Training ist das ein großer Vorteil. Nach einem Sprung verliert man zwangsläufig Höhe, mit dem SONIC5 kommt man aber sehr schnell wieder zurück zum Absprungpunkt. Über eine längere Session bedeutet das ganz einfach: mehr Sprünge und weniger Zeit mit Höhefahren. Auch auf dem Foil ist diese Effizienz deutlich spürbar.

Stabilität

Was uns während der letzten Monate besonders positiv aufgefallen ist, ist die Stabilität des SONIC5. High-Aspect-Foilkites können bei böigem oder schwierigem Wind durchaus anspruchsvoll werden, der SONIC5 bleibt dagegen überraschend ruhig. Natürlich merkt man Windlöcher und Böen, trotzdem verändert der Kite seine Form nur wenig und bleibt sehr gut kontrollierbar.

Besonders bei stärkerem Wind hat uns das viel Vertrauen gegeben. Man hat nicht ständig das Gefühl, den Kite aktiv korrigieren zu müssen, was gerade längere Sessions deutlich entspannter macht.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass wir hier immer noch über einen leistungsorientierten Foilkite sprechen. Bei komplettem Leinenslack oder einem unglücklichen Crash kann auch ein SONIC5 einklappen oder invertieren. Ein gewisses Verständnis für das Handling eines Foilkites sollte daher vorhanden sein.

Kiteloops und Heliloops

Ein Punkt, der uns besonders interessiert hat, war das Loop-Verhalten. Hier hat uns der SONIC5 wirklich überrascht. Der Kite dreht für seine Streckung erstaunlich rund und vorhersehbar. Natürlich fühlt sich ein SONIC nicht wie ein kleiner, schneller Tube Kite an – das soll er auch gar nicht.

Die Loops sind vielmehr sehr kontrolliert. Besonders gut gefallen haben uns Heliloops und Downloops bei der Landung. Der Kite dreht sauber durch und baut anschließend wieder viel Auftrieb auf. Gerade nach hohen Sprüngen fühlt sich dieser Catch sehr angenehm an und mit etwas Erfahrung kann man dadurch sehr kontrolliert mit der Höhe arbeiten. Für uns ist das einer der Punkte, an denen man merkt, wie stark der SONIC5 auf Big Air ausgelegt ist.

Bargefühl und Steuerung

Das Barfeedback würden wir als eher leicht bis mittel einstufen. Im unteren Windbereich sind die Haltekräfte teilweise sehr gering. Wer von einem Tube Kite kommt, muss sich deshalb etwas daran gewöhnen, stärker über die Position des Kites und weniger ausschließlich über den Bardruck zu fahren.

Sobald mehr Wind vorhanden ist, wird das Feedback klarer. Die Steuerung selbst ist sehr präzise und man bekommt relativ schnell ein Gefühl dafür, wie weit man den Kite bewegen muss. Gerade beim Springen ist das wichtig, weil das Timing beim SONIC5 einen großen Unterschied macht. Wer sich ein paar Sessions Zeit nimmt, bekommt dafür ein sehr präzises Gefühl für den Kite.

Lowend – besonders der 15er hat uns überzeugt

Auch im unteren Windbereich arbeitet der SONIC5 extrem effizient. Durch seine hohe Streckung und die gute Vorwärtsbeschleunigung lässt sich aus relativ wenig Wind erstaunlich viel machen.

Besonders hervorheben möchten wir dabei den SONIC5 in 15 m². Für uns ist der 15er nicht einfach nur ein großer SONIC, sondern vor allem eine sehr sinnvolle Ergänzung zu einer klassischen Tube-Kite-Range.

Das hat sich bei unseren letzten Sessions sehr deutlich gezeigt. Wir waren überwiegend mit kleineren F-ONE BANGER QuadX unterwegs und hatten zusätzlich den SONIC5 in 12 und 15 m² dabei. Sobald genügend Wind vorhanden war, konnten wir die kleinen Tube Kites fahren. Wenn der Wind schwächer wurde, haben wir auf den SONIC5 gewechselt.

Gerade der 15er hat dabei eine Lücke geschlossen, die wir mit einem sehr großen Tube Kite nicht unbedingt füllen würden. Er entwickelt bereits bei wenig Wind sehr viel nutzbare Leistung, läuft extrem effizient Höhe und fühlt sich dabei für einen Kite dieser Größe erstaunlich agil an. Durch aktives Fliegen und Sinussen lässt sich zusätzlich Leistung erzeugen, ohne dass sich der Kite träge oder schwerfällig anfühlt.

Wer hauptsächlich Tube Kites fährt, muss also nicht gleich seine komplette Range umstellen. Ein SONIC5 in 12 oder 15 m² kann den unteren Windbereich sehr gezielt ergänzen. Statt einen sehr großen Tube Kite zusätzlich mitzunehmen, bekommt man mit dem SONIC5 einen Kite, der wenig Platz im Gepäck benötigt, bei wenig Wind extrem effizient arbeitet und gleichzeitig eine Hangtime bietet, die man von einem klassischen Leichtwind-Tube Kite so nicht unbedingt kennt.

Für uns hat sich deshalb die Kombination aus kleinen Tube Kites sowie SONIC5 in 12 und 15 m² als ausgesprochen sinnvoll erwiesen. Der SONIC5 übernimmt genau dort, wo die Bedingungen schwächer werden und Effizienz immer wichtiger wird.

Relaunch und Handling auf dem Wasser

Auch den Wasserstart haben wir in unseren Sessions natürlich mehr als einmal ausprobiert. Grundsätzlich funktioniert der Relaunch beim SONIC5 sehr gut. Besonders der Rückwärtsstart lässt sich kontrolliert durchführen, wenn man weiß, wie man mit einem Closed-Cell-Foilkite umgeht.

Trotzdem würden wir hier keine falschen Erwartungen wecken. Ein SONIC5 ist kein Kite, den man komplett gedankenlos ins Wasser werfen möchte. Je nach Situation können sich Tips einklappen, die Waage kann sich ungünstig legen oder der Kite kann invertieren. Mit etwas Foilkite-Erfahrung ist das aber gut beherrschbar.

Wer bisher ausschließlich Tube Kites geflogen ist und möglichst unkompliziert in die Foilkite-Welt einsteigen möchte, sollte sich auch den neuen Flysurfer SOUL4 ansehen. Der SOUL4 ist stärker auf intuitives Handling, einfache Kontrolle und einen unkomplizierten Einstieg in die Foilkite-Welt ausgelegt.

Der SONIC5 richtet sich dagegen an Fahrer, die gezielt mehr Performance suchen und bereit sind, sich mit dem Kite und seinem Handling etwas intensiver auseinanderzusetzen. Wer sehr sicher fährt, viel springt und vor allem Hangtime, Höhelaufen und maximale Effizienz sucht, für den ist der SONIC5 die deutlich spannendere Option.

SONIC5 beim Big Air

Für uns liegt der größte Einsatzbereich des SONIC5 ganz klar beim Big Air. Hier kombiniert der Kite mehrere Eigenschaften, die perfekt zusammenpassen: extrem viel Lift, sehr lange Hangtime, starkes Höhelaufen und ein kontrolliertes Loop-Verhalten.

Gerade Fahrer, die gerne hoch springen und anschließend Board-Offs oder Rotationen machen, profitieren enorm von der langen Airtime. Der Kite gibt einem schlicht viel Zeit und gerade bei technischen Tricks macht das einen großen Unterschied. Gleichzeitig fährt man nach der Landung schnell wieder Höhe und kann direkt den nächsten Versuch starten.

Im Vergleich zu kleinen Tube Kites sehen wir dabei keine Konkurrenzsituation, sondern zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Ein kleiner Tube Kite macht bei entsprechendem Wind aufgrund seiner Direktheit und Geschwindigkeit enorm viel Spaß. Der SONIC5 spielt seine Vorteile dagegen dann aus, wenn lange Hangtime, maximale Effizienz und viel Leistung bei weniger Wind gefragt sind.

SONIC5 auf dem Foil

Auch auf dem Hydrofoil funktioniert der SONIC5 hervorragend. Hier merkt man besonders deutlich, wie effizient der Kite arbeitet. Er steht weit vorne im Windfenster, entwickelt wenig Querzug und lässt sich dadurch sehr angenehm gegen das Foil fahren.

Gerade bei wenig Wind macht diese Kombination richtig Spaß. Wer sowohl Big Air als auch Foil fährt, bekommt deshalb mit dem SONIC5 einen erstaunlich vielseitigen Performance-Kite.

Für wen ist der Flysurfer SONIC5 geeignet?

Unserer Meinung nach richtet sich der SONIC5 klar an erfahrene Fahrer. Man sollte sicher kiten können und idealerweise bereits etwas Erfahrung mit Foilkites haben oder zumindest bereit sein, sich mit den Besonderheiten eines Foilkites auseinanderzusetzen.

Wer einen unkomplizierten Kite zum entspannten Cruisen sucht, braucht die Performance des SONIC5 wahrscheinlich nicht. Wer dagegen maximale Hangtime, starkes Höhelaufen, hohe Effizienz und richtig viel Performance sucht, wird mit dem SONIC5 sehr viel Spaß haben.

Besonders interessant finden wir ihn für Big-Air-Fahrer, die möglichst viel Airtime wollen, für Board-Offs und technische Tricks, für Foiler, die maximale Effizienz suchen, sowie für erfahrene Tube-Kite-Fahrer, die ihre bestehende Range sinnvoll in den Leichtwindbereich erweitern möchten. Gerade der 15er ist für uns in diesem Zusammenhang eine der interessantesten Größen.

Unsere Kritikpunkte

So begeistert wir vom SONIC5 sind, möchten wir auch die Punkte nennen, die man vor dem Kauf wissen sollte. Der Kite verlangt Erfahrung. Gerade beim Starten, Landen und nach einem Crash ist ein Foilkite etwas komplexer als ein Tube Kite.

Auch das sehr leichte Bargefühl im unteren Windbereich wird nicht jedem sofort gefallen. Wer eine sehr direkte und kräftige Rückmeldung über die Bar gewohnt ist, braucht möglicherweise ein paar Sessions, um sich daran zu gewöhnen.

Außerdem ist der SONIC5 kein Kite, den wir einem Anfänger empfehlen würden. Seine Leistung ist enorm – und genau deshalb sollte man bereits wissen, was man tut.

Unser Fazit nach mehreren Monaten mit dem Flysurfer SONIC5

Nach vielen Sessions können wir sagen: Der Flysurfer SONIC5 hat uns wirklich überzeugt. Seine größten Stärken sind für uns ganz klar die enorme Hangtime, der starke vertikale Lift, das hervorragende Höhelaufen und die beeindruckende Effizienz.

Besonders positiv überrascht hat uns allerdings die Kontrolle. Trotz seiner hohen Leistung fühlt sich der SONIC5 erstaunlich ruhig und vorhersehbar an. Auch bei schwierigem Wind bleibt der Kite stabil und gibt viel Vertrauen.

Beim Big Air spielt er seine Stärken komplett aus. Man springt hoch, bleibt lange oben und kann den Kite anschließend sehr kontrolliert für die Landung einsetzen. Gleichzeitig hat sich besonders der 15er als sehr starke Leichtwind-Ergänzung zu einer bestehenden Tube-Kite-Range herausgestellt.

Unsere Sessions mit kleinen F-ONE BANGER QuadX sowie SONIC5 in 12 und 15 m² haben das sehr deutlich gezeigt: Sobald der Wind für die kleinen Tube Kites nicht mehr gereicht hat, konnten wir mit dem SONIC5 den unteren Windbereich sehr effizient abdecken. Gerade der 15er erweitert die nutzbare Windrange deutlich nach unten, ohne dass man dafür einen riesigen Tube Kite mitnehmen muss.

Der SONIC5 ist definitiv kein Kite für jeden. Wer aber bereits Erfahrung mitbringt und einen Performance-Foilkite für Big Air, Freeride, Foil oder als Leichtwind-Ergänzung zur bestehenden Tube-Kite-Range sucht, bekommt einen außergewöhnlich leistungsfähigen Kite.

Unser persönliches Highlight bleibt die Kombination aus Höhe und Hangtime. Es gibt viele Kites, mit denen man hoch springen kann. Beim SONIC5 beeindruckt uns aber vor allem, wie lange der Kite einen anschließend trägt. Zusammen mit seiner enormen Effizienz macht ihn das für uns zu einem der spannendsten Performance-Foilkites, die wir in den letzten Monaten gefahren sind.


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